Grundlagen und Ziele
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Schwierigkeiten im Lesen häufig bereits während der frühen Phase des Schriftspracherwerbs entstehen. Ein systematisch aufgebauter, didaktisch durchdachter und an den Lernvoraussetzungen der Kinder orientierter Unterricht kann einen wesentlichen Beitrag zur Prävention von Leseschwierigkeiten leisten. Entscheidend sind dabei eine klare Strukturierung der Lerninhalte, ein schrittweiser Kompetenzaufbau, regelmäßige Übungsgelegenheiten sowie die kontinuierliche Beobachtung individueller Lernfortschritte. Durch eine frühzeitige Diagnose und eine daran anknüpfende Förderung können Lernrückstände erkannt und aufgefangen werden, bevor sie sich verfestigen.
Vor diesem Hintergrund wurden auf Basis aktueller Erkenntnisse der LRS-Forschung diagnosebasierte Fördermaterialien entwickelt, die eng mit dem Leselehrgang verknüpft sind und gezielt an den individuellen Lernständen der Kinder ansetzen. Die methodisch-didaktische Konzeption verfolgt einen präventiven Ansatz: Durch strukturierte, systematische und hochfrequente Übungsformate werden grundlegende Lesefertigkeiten schrittweise aufgebaut und gefestigt. Ziel ist es, möglichst allen Kindern den Erwerb einer sicheren Wortlesekompetenz zu ermöglichen und potenziellen Leseschwierigkeiten frühzeitig entgegenzuwirken. Die Lernstandserhebungen dienen dabei als Grundlage für die Planung von Unterrichts- und Fördermaßnahmen, die eine kontinuierliche Unterstützung im Lernprozess gewährleisten.
Bereich Lesen lernen mit Grafik:
Die Entwicklung der Lesekompetenz stellt einen zentralen Bestandteil des Schriftspracherwerbs in der Grundschule dar. Zu Beginn des Leseerwerbs lernen Kinder, Phoneme mit den entsprechenden Graphemen zu verknüpfen und Wörter durch das Zusammenlauten einzelner Buchstaben zu entschlüsseln. Mit zunehmender Übung werden häufig vorkommende Wörter, Silben und Morpheme immer schneller erkannt und verarbeitet, bis die Worterkennung weitgehend automatisiert erfolgt. Diese Automatisierung der Dekodierprozesse ist eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung von Leseflüssigkeit und bildet die Grundlage für ein erfolgreiches Leseverständnis. Erst wenn die Worterkennung mit ausreichender Genauigkeit und Geschwindigkeit erfolgt, können kognitive Ressourcen für die Verarbeitung und das Verstehen von Textinhalten genutzt werden.